KA1 vs. KA2 — was sie jeweils wirklich tun.
Der grundlegende Unterschied. KA1 fördert Menschen, die über Grenzen hinweg lernen. KA2 fördert Organisationen, die gemeinsam etwas aufbauen. Dasselbe Erasmus+-Dach, vollständig unterschiedliche Mechanismen.
Das Erasmus+-Jugendfeld läuft auf zwei parallelen Förderlogiken. KA1 (Leitaktion 1) fördert Einzelpersonen, die sich bewegen: Jugendaustausche, Fortbildungskurse für Jugendarbeiter:innen, Job-Shadowing, Studienbesuche. KA2 (Leitaktion 2) fördert Organisationen, die kooperieren: gemeinsame Methoden, Trainingsmaterialien, Curricula, Forschung, Toolkits entwickeln.
Beide werden unter demselben Erasmus+-Programm gefördert, von denselben Nationalen Agenturen verwaltet und beinhalten oft dieselben Organisationen. Aber Antragsverfahren, Budgetstruktur, Leistungen, Zeitpläne und Qualitätskriterien sind in fast jedem operativen Aspekt unterschiedlich.
Wann man was verwendet
Wenn das Ziel ist, bestimmten jungen Menschen eine Erfahrung zu geben, die ihre Beziehung zu Europa verändert — das ist KA1. Wenn das Ziel ist, etwas zu produzieren, das Organisationen in ganz Europa danach nutzen können (ein Toolkit, eine Methode, Trainingsmaterialien) — das ist KA2. Die beiden kombinieren sich oft in einer langfristigen Partnerschaft: Eine KA2 produziert die Methodik, KA1-Kohorten pilotieren sie.
Die meisten Partnerschaften, die der VJMS anstrebt, werden im Laufe der Zeit beides umfassen. Mit einer KA1 beginnen, um operatives Vertrauen aufzubauen. Zu einer KA2 übergehen, sobald die Zusammenarbeit erprobt ist.
Neuere Organisationen behandeln KA1 manchmal als „die einfache" und KA2 als „die echte". Das stimmt nicht. KA1 hat seine eigene operative Strenge — Teilnehmerauswahl, Vorbereitung vor der Abreise, Moderation vor Ort, Nachbereitung. Eine schlecht durchgeführte KA1 zerstört das Vertrauen der Teilnehmer:innen und brennt die Partnerschaft durch. Eine gut durchgeführte KA1 ist das Fundament, das alles andere möglich macht.